Tabuthema Scheideninfektion

12. Januar 2008

Für viele Frauen sind Scheideninfektionen auch heute noch ein Tabuthema, obwohl etwa jede Dritte davon betroffen ist. "Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen Pilzinfektionen der Genitalien irrtümlicherweise immer noch als Geschlechtskrankheit betrachten, die durch Unsauberkeit oder ständig wechselnde Geschlechtspartner übertragen wird", so OA Dr. Margit Pichler, Gynäkologin im österreichischen Landesklinikum St. Pölten.

Für viele Frauen sind Scheideninfektionen auch heute noch ein Tabuthema, obwohl etwa jede Dritte davon betroffen ist. "Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen Pilzinfektionen der Genitalien irrtümlicherweise immer noch als Geschlechtskrankheit betrachten, die durch Unsauberkeit oder ständig wechselnde Geschlechtspartner übertragen wird", so OA Dr. Margit Pichler, Gynäkologin im österreichischen Landesklinikum St. Pölten. "Die Frauen haben Probleme über ihre Beschwerden zu sprechen, abgesehen von ihrem generellen Schamgefühl, Dinge unterhalb der Gürtellinie anzusprechen." Obwohl sich gerade Frauen einen offeneren Umgang mit dem Thema wünschen, sucht ein Großteil der Patientinnen erst dann eine Arztpraxis auf, wenn die Symptome der Scheideninfektion zur stärkeren Belastung wird und die Lebensqualität einschränkt.

Erkennbar ist eine Infektion an Symptomen wie starkem Juckreiz, Rötung und Schwellung der Schleimhaut, sowie Ausfluss. Manchmal kommen noch Schmerzen beim Wasserlassen und Geschlechtsverkehr hinzu. Auslöser der Beschwerden können unter anderem mikroskopisch kleine Hefepilze namens Candida sein, die in geringer Zahl auf jeder Haut- und Schleimhaut-Oberfläche leben. Verschiedene Einflüsse können dazu führen, dass sich die eigentlich harmlosen Hautbewohner ungewöhnlich stark vermehren und schließlich die Infektion auslösen. Dazu gehören: zu enge Kleidung, übertriebene Hygiene mit aggressiven Intimpflegelotionen, Hormonschwankungen während des Monatszyklus ebenso wie Krankheiten - zum Beispiel Diabetes, aber auch eine falsche Ernährung mit viel Zucker und Weißmehl.

Prävention durch Früherkennung

Jede Frau kann schon im Vorfeld der Beschwerden reagieren und eine drohende Infektion verhindern. Bei trockener Scheide und vermehrtem Ausfluss ist es ratsam, die Scheidenflora durch Zuführung von Laktobazillen zu unterstützen. Diese Laktobazillen sind besonders robust, vermehren sich schnell, besetzen dann die Scheidenwand und bekämpfen dank ihrer antibiotischen Eigenschaften viele verschiedene Krankheitserreger direkt. Man kann diese Präparate mit Laktobazillen als natürlichen Schutz gegen schädliche Bakterien und Pilze sowohl zur unterstützenden Behandlung, als auch prophylaktisch - also zur Vorbeugung - von Scheiden- und Harnwegsinfektionen einsetzen.

Falls es jedoch zu keiner Besserung der Beschwerden kommt, ist es ratsam, möglichst rasch die Frauenärztin oder den Frauenarzt aufzusuchen, wo dann eine genaue Diagnose erstellt und eine entsprechende weiterführende Therapie eingeleitet wird.

Richtige Intimpflege

Zusätzlich sollten verschiedene Tipps zur Intimpflege beherzigt werden:

  • nur die äußere Scheidenregion waschen, täglich, mit lauwarmen Wasser, ohne Waschlappen, von vorne nach hinten
  • keine übertriebene Intimhygiene mit parfümiertem Duschgel, empfehlenswert ist ein milchsäurehaltiger Pflegemittel z. B. aus der Apotheke
  • keine luftundurchlässigen Slipeinlagen
  • keine synthetische Unterwäsche
  • beim Baden und Schwimmen sofortiges Wechseln der Badekleidung nach dem Bad. Pilze lieben es feucht und warm!
  • Bei besonderer Neigung zu Pilzinfektionen empfiehlt es sich prophylaktisch 2x pro Woche Milchsäure bildende Laktobazillen zu verwenden.
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